Testosteronmangel (Hypogonadismus)

Die Unterfunktion der Keimdrüsen des Mannes, der Hypogonadismus, ist eine endokrine Funktionsstörung und führt zu einem Testosteronmangel. Testosteron ist das wichtigste Sexualhormon des Mannes und beeinflusst alle Sexualfunktionen positiv. Testosteron ist zudem wichtig für Knochen und Muskeln, Fett- und Zuckerstoffwechsel sowie die Blutbildung. Zu erwähnen ist die schützende Wirkung von Testosteron auf Herz und Gefäße.

Mögliche Symptome des Testosteronmangels sind Störungen der Sexualfunktion (Störung der Erektion und Ejakulation, Libidostörung), nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit, fehlende Muskelkraft, zunehmende Osteoporose (Knochenbrüchigkeit), Blutarmut (Anämie) sowie eine Erhöhung des Blutzuckers (Diabetes mellitus).

Ursachen des Hypogonadismus

Die häufigste Form des Testosteronmangels ist der Late-Onset Hypogonadismus, von dem bis zu 30 % aller Männer > 40 Jahre betroffen sind. Bei jungen Männern können Entzündungen, Verletzungen, Tumore (Krebs) oder ein angeborener Hochstand der Hoden, auch Kryptorchismus genannt, zu einem Hypogonadismus führen.

Der primäre Hypogonadismus entsteht durch eine Störung der Testosteronproduktion der Hoden, die Releasinghormone sind kompensatorisch erhöht (hypergonadotroper Hypogonadismus). Der sekundäre Hypogonadismus wird durch eine Störung der hypophysären Releasinghormone verursacht (hypogonadotroper Hypogonadismus). Der tertiäre Hypogonadismus entsteht durch eine Störung des Hypothalamus.

Diagnostik des Hypogonadismus

Bei dringendem Verdacht auf das Vorliegen eines Hypogonadismus sollte die Blutentnahme morgens zwischen 08:00 und 11:00 Uhr erfolgen. Die Laborparameter Testosteron, Prolaktin, LH und FSH sollten bestimmt werden.

Therapie des Hypogonadismus

Behandelt wird der Hypogonadismus durch die dauerhafte, tägliche, externe Gabe von Testosteron in Form von Gel oder Depotinjektionen. Während der Hormontherapie sollten regelmäßige Blutkontrollen erfolgen.

Besteht zugleich ein Kinderwunsch, sollte zunächst keine Testosteronsubstitution erfolgen, da durch die externe Gabe von Testosteron die Spermienproduktion in den Hoden negativ beeinträchtigt wird. Deswegen wird die Hormonsubstitution erst nach Abschluss des Kinderwunsches begonnen oder es kommen Alternativpräparate wie Brevactid®, ein humanes Choriongonadotropin, oder Tamoxifen zum Einsatz.

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