Gutartige Prostatavergrößerung

Die gutartige Vergrößerung der Prostata wird auch als Benignes Prostatasyndrom (BPS) oder Benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet und entsteht durch eine altersbedingte Zunahme des Prostatavolumens. Sie kommt bei fast allen Männern im höheren Lebensalter vor, bei jedem vierten Mann über 50 Jahren ist diese auch behandlungsbedürftig. Es gibt außer dem Alter noch weitere Risikofaktoren wie zum Beispiel Übergewicht und mangelnde Bewegung.

Aufgrund der Einengung der Harnröhre durch die vergrößerte Prostata kann es bei den betroffenen Männern vor allem zu Beschwerden beim Wasserlassen kommen, wie zum Beispiel Abschwächung des Harnstrahls, Startschwierigkeiten, imperativem Harndrang, Restharngefühl, Dranginkontinenz, häufigem Harndrang (Pollakisurie) oder vermehrtem nächtlichem Wasserlassen (Nykturie). Dieser Symptomenkomplex wird im englischen zusammenfassend auch als Lower urinary tract symptoms (LUTS) bezeichnet. Wenn die Harnblase nicht mehr komplett entleert werden kann, kommt es zur Bildung von Resturin in der Blase nach dem Wasser lassen, welcher Harnwegsinfektionen, die Ausbildung einer Balkenblase (trabekuläre Vergrößerung der Blasenmuskulatur) sowie die Entstehung von Blasensteinen bedingen kann. Sichtbare Blutbeimengungen im Urin (Makrohämaturie) entstehen durch Einreißen von Venen auf der vergrößerten Prostata (Varizen). In besonders ausgeprägten Fällen kann es bei kompletter Verengung der Harnröhre auch zu einem akuten Harnverhalt mit einer Überlaufblase oder einem Harnaufstau mit Nierenversagen kommen. Für Patienten ist es wichtig zu wissen, dass die Größe der Prostata und meist auch die Beschwerden beim Wasserlassen in keinem Zusammenhang mit dem Risiko der Entwicklung eines Prostatakrebses stehen. Eine große Prostata bedeutet somit nicht, dass gleichzeitig ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko besteht.

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