Hodentumor

Expertenpool hilft bei der Suche nach der richtigen Therapie

Die gute Nachricht zuerst: Hodenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit sehr guten Chancen auf eine Heilung. Selbst im fortgeschrittenen Stadium bestehen bei der Therapie immer noch gute Erfolgsaussichten. Meist ertasten die Betroffenen die Schwellung des Hodens selbst. Im Vergleich zu anderen Krebsarten ist dieser Krebs eher selten. Bei der Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen stellt der Hodentumor die häufigste bösartige solide Tumorerkrankung dar.

Prof. Dr. med. Dr. h.c Axel Heidenreich

Prof. Dr. med. Dr. h.c Axel Heidenreich

Diagnostik- und Therapiezentrum West (DTZ), Ebene 1, Leitstelle Poliklinik
Montag und Donnerstag 11:30 - 15:30 Uhr

Prof. Dr. David Pfister

Prof. Dr. David Pfister

Diagnostik- und Therapiezentrum West (DTZ), Ebene 1, Leitstelle Poliklinik
Mittwoch 11:30 - 15:30 Uhr

Schwierig ist aber trotz Vorliegen von sogenannten Evidenz-basierten Leitlinien offensichtlich die Festlegung der optimalen Therapie. Untersuchungen der Deutschen Krebsgesellschaft haben gezeigt, dass rund 30 Prozent der Behandlungen von den allgemeinen Leitlinien abweichen. Folge: Die hohe Heilungsrate wird gefährdet. Die Klinik für Urologie der Uniklinik Köln gehört zu den führenden Einrichtungen in Sachen Hodentumorbehandlung. Hier verfügen die Ärzte über große Erfahrung in Forschung und klinischer Praxis. Darum wurde die Klinik für Urologie zusammen mit anderen Spezialkliniken von der Deutschen Krebsgesellschaft zum "Zweitmeinungszentrum" ernannt – ein Expertenpool, der niedergelassenen Ärzten als Berater zur Verfügung steht. Besonders, wenn es um die oftmals sehr komplexen operativen Eingriffe zur Entfernung von residuellem Tumorgewebe nach abgeschlossener Chemotherapie geht, zählt die Klinik für Urologie zu den führenden europäischen Zentren.

"Mit dem Zweitmeinungszentrum können wir den Kollegen zeitnah Sicherheit geben. Unsere Expertise liegt innerhalb von maximal 48 Stunden vor."

Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Axel Heidenreich

In Deutschland gibt es rund 4.000 Urologen. Genauso viele Menschen erkranken jährlich an Hodenkrebs. Diese Krebsart ist also relativ selten, darum verfügen die niedergelassenen Ärzte vielfach nicht über den Erfahrungsschatz aus der Praxis, wie dies bei anderen Erkrankungen der Fall ist.

So können sich die behandelnden Ärzte über die Befunde austauschen und die Vor- und Nachteile einzelner Therapien erörtern, gleichzeitig werden die Therapievorschläge in einer eigenen Datenbank dokumentiert. Dieser Meinungsaustausch erfolgt über das Internet, in das auch die Befunde und die entsprechenden Dokumente zur Begutachtung eingestellt werden. Natürlich können sich Patienten und niedergelassene Kolleginnen und Kollegen auch direkt mit uns in Verbindung setzen.

Die Darstellung über die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten kann nur eine Orientierung sein und kann das ärztliche Gespräch auf keinen Fall ersetzen.Die von unserer Klinik entwickelten, in die aktuellen Leitlinien integrierten Therapiekonzepte, innovativen Methoden in der Diagnostik und klinische Studienansätze haben wir zur besseren Erkennung farblich hervorgehoben.

Die testikulären Keimzelltumoren (KZT) stellen den häufigsten soliden und bösartigen Tumor des jungen Mannes im Alter von 20 bis 40 Jahren dar. In Deutschland werden jährlich ca. 4.000 Neudiagnosen eines KZT gestellt. Die Inzidenz der Hodentumor ist starken geographischen Schwankungen unterworfen: so finden sich die höchsten Erkrankungsraten in der Schweiz und in Dänemark (12-14 pro 100.000 Männer) und die niedrigsten Raten unter Schwarzafrikanern oder Chinesen (1 pro 100.000 Männern). Der bereits erlebte einseitige Hodentumor stellt den höchsten Risikofaktor für die Entwicklung eines Zweittumors auf der Gegenseite dar. Bei Vorliegen bestimmter Risikokonstellationen wird deshalb bereits im Rahmen der Primärtherapie eine Gewebeprobe des vermeintlich gesunden Hodens entnommen, um dieses Risiko abschätzen zu können. Ansonsten sollten die Patienten ein regelmäßiges Selbstabtasten des Hodens durchführen und einmal jährlich eine Ultraschalluntersuchung durchführen lassen. Ein Hodenhochstand im Kindesalter ist mit einem ca. 2.5-8.8fach erhöhten Risiko der Tumorentwicklung assoziiert. Familiäre und genetische Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen, wenn auch die exakten Mechanismen noch nicht aufgeklärt sind. Das Risiko, einen Hodentumor zu entwickeln ist bei erstgradigen Verwandten ca. 2-6fach erhöht.

Abb. 1a: Darstellung eines Tubulus mit den durch die obligatorische immunhistochemische Färbung gegen die plazentare alkalische Phosphatase mit einem roten äußeren Rand sichtbaren TIN – Zellen. Beachte die fehlende Spermatogenese in dem Tubulus.
Abb. 1b: ausgeprägte Auskleidung mehrerer Tubuli durch TIN – Zellen (rot), die gelegentlich auch als Seminoma-in situ bezeichnet werden

Definition

Ca. 90% aller Hodentumore sind bösartige Keimzelltumoren. Die übrigen 10% stellen meist gutartige Tumoren dar, die aus den Leydig- oder Sertolizellen hervorgehen. Sehr selten können diese Tumoren bösartig sein. Die testikulären Keimzelltumoren entwickeln sich aus aus einer pluripotenten Stammzelle, die als Reaktion auf eine Vielzahl von endogenen, exogenen, hormonellen und genetischen Ereignissen heraus eine Transformation in eine bösartige Zelle erfährt. Die Transformation mündet zunächst in eine präinvasive Vorstufe, dem Carcinoma-in-situ oder der intratubuluären Keimzellneoplasie (Abbildung 1a, b), die die Vorläuferzelle aller Keimzelltumoren außer dem spermatozytischen Seminom darstellt, aber selbst noch nicht metastasieren kann.

Ihr Termin bei uns

Bitte bringen Sie zur Untersuchung und Behandlung folgende Unterlagen mit

  • Überweisungsschein Ihres Hausarztes oder Urologen
  • Histologie
  • Radiologische Befunde oder CD
  • Arztbrief
Nach oben scrollen