Inkontinenz

Die Klinik für Urologie, Uro-Onkologie, spezielle urologische und roboter-assistierte Chirurgie an der Uniklinik Köln behandelt alle Formen der männlichen und weiblichen Harninkontinenz, einschließlich neurogener Blasenfunktionsstörungen infolge von neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Querschnittslähmung, Schlaganfall und Spina bifida. Ein weiterer Schwerpunkt der Abteilung umfasst die Beckenbodenschwäche mit Beteiligung des Harntraktes.

Seit Juni 2020 ist das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum nach den neuen Richtlinien der Deutschen Kontinenzgesellschaft zertifiziert. Die Urologie der Uniklinik Köln ist als offizielle Beratungsstelle Kooperationspartner.

Dr.--Halbe-Luisa
Dr. Luisa Halbe

Sektionsleitung rekonstruktive und prothetische Urologie

Zertifizierte Beratungsstelle für Inkontinenz

-Deiss-Emil
Emil Deiss

Der ungewollte Urinverlust ist ein weit verbreitetes Krankheitsbild und kann als eine Volkskrankheit benannt werden. Es wird geschätzt, dass allein in Deutschland fünf Millionen Menschen harninkontinent sind. Männer sind ebenso wie Frauen betroffen. Mit dem steigenden Alter steigt die Häufigkeit des unwillkürlichen Urinverlustes in der Bevölkerung an. Leider ist diese Erkrankung noch immer ein Thema, über das häufig geschwiegen wird. Die Lebensqualität der Betroffenen ist deutlich eingeschränkt. Somit ist es wichtig, dass man die Harninkontinenz untersucht und therapiert.

Belastungsinkontinenz

Eine Ursache für eine Harninkontinenz ist die Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur und die damit verbundene Unfähigkeit der Muskulatur, die Harnröhre dicht zu verschließen, sie tritt auch nach Prostataoperationen oder Prostatakrebstherapie auf. Eindeutiges Zeichen für diese Form der Blasenschwäche ist der Verlust von Urin bei mehr oder minder starker körperlicher Belastung. Ein Harndrang vor dem Urinverlust tritt nicht auf.

Dranginkontinenz

Wenn man plötzlich einen Harndrang verspürt, der so stark ist, dass man den Urin nicht mehr halten kann und unwillkürlich verliert, dann spricht man von der Dranginkontinenz. Diese Form des Urinverlustes ist unabhängig von dem Füllungszustand der Harnblase. Diese Inkontinenzform kann bei Männern und Frauen auftreten.

Mischinkontinenz

Dabei handelt es sich um eine Kombination von Belastungs- und Dranginkontinenz.

Überlaufinkontinenz

Die Überlaufinkontinenz oder der Urinverlust bei chronischer Retention entsteht dadurch, dass die Harnblase nicht mehr vollständig entleeren können. Es bleibt immer Restharn in der Blase. Jede weitere neue Füllung der Blase führt zum Überlaufen und damit zum unfreiwilligen Verlust von Urin.

Reflexinkontinenz

Die Reflexinkontinenz tritt häufig bei Menschen mit neurologischen Krankheitsbildern auf. Die Harnblase und der Schließmuskelapparat arbeiten nicht konform miteinander. Es kommt zum unwillkürlichen Urinverlust.