Diagnose mit dem Mikro-Ultraschallsystem ExactVu

Hochpräzise Diagnose von Prostatakrebs

Mit dem ExactVu-System können neben systematischen Biopsien auch mikro-ultraschallgestützte Biopsien durchgeführt werden, die gezielt auf für den Anwender sichtbare auffällige Bereiche ausgerichtet sind.

Foto: ExactVu
Univ.-Prof. Dr. Axel Heidenreich und Dr. Luisa Halbe. Foto: Uniklinik Köln
Univ.-Prof. Dr. Axel Heidenreich und Dr. Luisa Halbe. Foto: Uniklinik Köln

Beim Verdacht auf Prostatakrebs ist eine genaue Diagnose entscheidend, um über das weitere Vorgehen entscheiden zu können. Hierfür steht das Mikro-Ultraschallsystem ExactVu zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eines der modernsten Geräte in der Urologie, das speziell dafür entwickelt wurde, besonders präzise Ultraschallbilder der Prostata zu erstellen. Je eindeutiger Veränderungen innerhalb der Prostata erkennbar sind, desto gezielter kann die weitere Beratung und Therapieplanung erfolgen.

Weitere Informationen

Wie wird die Prostata untersucht?

Beim Verdacht auf Prostatakrebs sind die Tastuntersuchung sowie die Erstellung von Ultraschallbildern die ersten Schritte bei der Diagnose. Ultraschalluntersuchungen sind in der Urologie sehr verbreitet, weil sie Bilder von inneren Organen erzeugen, ohne dass der Patient schädlicher Strahlung ausgesetzt wird. Herkömmliche Ultraschallsonden arbeiten mit fünf bis neun Megahertz (MHz). Je höher der Megahertz-Wert, desto feiner ist die Auflösung der Bilder und umso genauer können die Veränderungen innerhalb der Prostata erkannt werden.

Was ist hochauflösender Mikro-Ultraschall?
Grafik: ExactVu
Grafik: ExactVu

Das ExactVu nutzt als weltweit einziges Gerät eine Ultraschallsonde mit 29 MHz. Dadurch verbessert sich die Bildqualität im Gegensatz zu herkömmlichen Ultraschallsonde um etwa 300%, was vergleichbar mit dem Unterschied zwischen den beiden nebenstehenden Bildern ist.

Wie werden Mikro-Ultraschallbilder ausgewertet?

Die hochauflösenden Mikro-Ultraschallbilder werden unmittelbar nach der Untersuchung ausgewertet, sodass schnell eine erste Diagnose erstellt werden kann. Die hohe Qualität der Bilder ermöglicht es nicht nur, gut- und bösartige Veränderungen innerhalb der Prostata zu unterscheiden, sondern bei bösartigen Tumoren kann auch deren Aggressivität eingeschätzt werden. Dieser sogenannte „PRI-MUS“ Wert ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für das weitere Vorgehen. Die Ultraschallbilder ermöglichen außerdem, die Lage der verdächtigen Areale innerhalb der Prostata genau zu bestimmen.

Wann ist eine Gewebeprobe notwendig?

Nur wenn ein begründeter Verdacht besteht, dass es sich um eine Krebserkrankung handeln könnte, werden mit Hilfe einer Biopsie Gewebeproben aus der Prostata entnommen und anschließend ausgewertet. Da die Lage der Veränderungen innerhalb der Prostata durch das ExactVu bereits genau bekannt ist, können die Biopsienadeln gezielt in diese Verdachtsareale gesetzt werden und treffen die Tumore damit sehr genau.

Somit wird bei einer Gewebeentnahme aus der Prostata mit dem ExactVu-System durch Kombination der gezielten Proben mit einer herkömmlichen systematischen Biopsie der Prostata die Treffergenauigkeit deutlich erhöht. Dadurch können Prostatakarzionome früher und sicherer entdeckt und damit auch behandelt werden.

Können MRT-Bilder zusätzlich genutzt werden?

Wenn aus medizinischen Gründen eine Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) der Prostata erstellt wurde, so können diese Bilder zusätzlich genutzt werden, um die Lage der Tumore innerhalb der Prostata zu bestimmen. Die MRT-Bilder werden dazu in das ExactVu eingelesen und anschliessend mit dem Mikro-Ultraschallbild fusioniert.

Werden die Untersuchungskosten von der Krankenkasse erstattet?

Nein, die Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Patientinnen und Patienten müssen die Untersuchungskosten selbst finanzieren.

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c.--Heidenreich-Axel
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Axel Heidenreich

Klinikdirektor, Leiter Uro-Onkologisches Zentrum

Privatsprechstunde und Zweitmeinung
Montag 08:00 - 13:00 Uhr
Diagnostik- und Therapiezentrum West (DTZ), Ebene 1, Raum 1.060